Twitter vs. Kurznachrichtendienste bei Sozialen Netzwerken

18. September 2009  |  Twitter

Eine Freundin hatte eine Diskussion bei wer-kennt-wen bei der es um darum geht das die dortige “Wer macht was gerade?”-Funktion doch genau das gleiche wie Twitter ist. Wir beide sehen das anderes. Aber warum?Ich möchte in meinem Beitrag auf folgende Dinge eingehen:

  • Was kann ich lesen?
  • Was und wie kann ich schreiben?
  • Wie kann ich auf das von anderen geschriebene reagieren?
  • Wen kann ich mit meinen Nachrichten erreichen?
  • Zusatzfunktionen
  • Inhalt der Nachrichten

Was kann ich lesen?

Bei Twitter kann ich alles lesen solange derjenige seine Nachrichten (tweets) nicht als privat markiert hat. Es ist also möglich von Prominenten, Agenturen und anderen mir nicht bekannten Leuten die Nachrichten zu lesen.

In den sozialen Netzwerken hingegen kann ich nur die Statusnachrichten lesen, dessen Freund/Freundin ich bin. Hat natürlich den Vorteil das Datenschutzes, aber auch meine Freunde können die jeweiligen Nachrichten weiterleiten.

Was und wie kann ich schreiben?

Durch die Schnittstelle die Twitter liefert ist es Programmieren möglich Programme zu schreiben die für mich die Nachrichten auf Twitter.com posten. Mit den Programmen sind auch viele weitere Funktionen möglich.

Facebook, StudiVZ und andere lassen mich nur eine neue Nachricht schreiben, wenn ich auf deren Seite eingeloggt bin. Ich muss also hier immer die Seite des jeweiligen Betreibers aufrufen. Das lässt sich auf der Arbeit, in der Uni etc nicht immer realisieren, weil viele der Seiten von den Administratoren gesperrt worden sind.

Wie kann ich auf das von anderen geschriebene reagieren?

Bei Twitter gibt es hierfür diverse Möglichkeiten: Zum einen gibt es die normale Antwort (reply) bei der ich einfach via @[twitternutzer] + Nachricht demjenigen meine Antwort zu kommen lasse. Diese Möglichkeit ist öffentlich, sodass jeder mein reply auch lesen kann. Wenn ich dies nicht wünsche kann ich mittels “D + @[Twitternutzer] + Nachricht” eine Directmessage schreiben. Diese ist vergleichbar mit den persönlichen Nachrichten aus Foren oder anderen Seiten. Mittels “RT @[Twitternutzer] + Nachricht” zeige ich meinen “Freunden” das ich etwas interessantes gelesen habe und die Nachricht incl. Urheber weiterleiten möchte.

Die Social Communities hingegen bieten maximal die Möglichkeit eine Nachricht zu kommentieren. Facebook oder wer-kennt-wen machen dies z. B. Beim StudiVZ (oder deren Ablegern) ist es hingegen nicht möglich direkt auf eine Meldung zu reagieren.

Wen kann ich mit meinen Nachrichten erreichen?

Bei Twitter theoretisch die ganze Welt. Der Filmstar aus Los Angeles, der Parkbetreuer aus dem Serengeti Nationalpark oder der japanische Unternehmer sind in der Lage auf den tweet zuzugreifen. Nur mal ehrlich: Wie viele von den Nachrichten sind es wert weltweit gelesen zu werden? Sagen wir mal außer dem Tod von Michael Jackson.

Der Nachrichtendienst der sozialen Netzwerk ist hingegen auf mein Freundeskreis beschränkt.

Zusatzfunktionen

Ein ganz großer Vorteil von Twitter gegenüber den anderen ist die Suchfunktion. Nach dem Tod Michael Jacksons wurde viel darüber geschrieben und viele Informationen waren schon sehr früh vorhanden. Wenn man sich also etwas – zugegebenermaßen spekulativer – Informieren möchte kann man bei Twitter nun einfach nach Herrn Jackson suchen und bekommt viele Informationen.

Ein gutes deutsches Beispiel ist die Wahl des Bundespräsidenten. Hier waren auch schon die Wahlergebnisse sehr früh “öffentlich”. Mit der Suche konnten weitere Ergebnisse schnell gefunden werden.

Inhalt der Nachrichten

Nutzer des Microbloggingdienstes nutzen den Dienst für diverse Möglichkeiten. Hauptsächlich allerdings dazu Informationen zu erhalten oder weiterzugeben. Das heißt, dass Links zu Nachrichten, neuen Blogeinträgen oder Informationen zu bestimmten Produkten hauptsächlich genutzt werden. 21 % der Tweets sind für Unterhaltung oder Entertainment gedacht. Hierzu gehören auch solche Meldungen wie “Schmiere mir gerade ein Brot” oder “Gehe jetzt ins Fitnessstudio”. 7 % der Nutzer geben sogar zu Twitter wegen des Voyeurismus nutzen zu können (Quelle). Hier möchte man wohl nur die neuen Fotos von Birtney Spears oder Paris Hilten erhaschen. ;)

In Facebook oder wer-kennt-wen mache ich die Erfahrung, dass hier hauptsächlich so Sachen wie “Jipiii es ist Freitag und bald Wochenende!” geschrieben werden. Richtige Informationen sind mir hierbei noch nicht aufgefallen.

Zusammenfassung:

Man kann Twitter nicht mit den Nachrichtendiensten der sozialen Netzwerke vergleichen. Der Microbloggingdienst der sich z. B. auf nur 140 Zeichen beschränkt hat mittlerweile einen ganz anderen Grundgedanken als die entsprechenden Dienste von StudiVZ und anderen. Ich möchte Twitter hier nicht in den Himmel loben und sagen, dass man unbedingt dabei sein muss, aber es hat einige Vorteile. Natürlich steht hier auch viel Müll, keine Frage. Aber das Verhältnis zwischen Informationen und Müll ist ein weit anderes als bei den Social Communities.

Aber wie steht ihr zu dem Thema Twitter?

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