Das iPad – Fluch oder Segen?

1. März 2010  |  Apple  | 

Als Steve Jobs vor gute einem Monate das iPad dann doch offiziell vorstellte, wusste im Prinzip jeder das ein Tablet PC des Herstellers Apple auf den Markt kommt. Die Gerüchteküche hatte sich zwar schon zur WWDC im Sommer so sehr drauf versteift, das man nun fast erleichtert war, dass es endlich soweit ist.

Ich habe die Pressekonferenz in der Firma verfolgt. Einige meiner Kollegen beobachteten während dieser Zeit die Aktie von Apple weil sie hofften, dass sie wie fast immer um einige Prozent nach oben schnellt. Aber dem war nicht so. Kurz nach Vorstellung des lang erwarteten iPads sank der Kurs von Apple an der New Yorker Börse sogar um einige Punkte. Man wahr wohl enttäuscht, dass es wirklich ein iPad geworden ist und es wohl im Prinzip nur ein zu großes iPhone wurde.

Die Tage danach überschlugen sich die Nachrichtensendungen und deren Onlineausgaben. Selbst in der Bloggosphäre hat fast jeder darüber berichtet. Zumindest alldiejenigen die über Apple bloggen. Die Redakteure bei maclife.de waren geteilter Meinung. Aber im Prinzip spiegeln sie die Meinungen aller wieder. Diese reichen von “Super, das will ich haben” bis hin zu “Wer bitte braucht denn so ein Gerät?!”

Mit den Leistungsdaten hat sich zugegebenermaßen Apple nicht gerade überschlagen. Aber High-End sucht man ja meist bei Apple im Consumerbereich vergebens. Das Gerät verfügt über ein 9,7″ Bildschrim mit 1024×768 Bildpunkten. In dem Gerät verarbeitet ein 1 GHz speziell von Apple Entwickelter A4-SOC Chip. Dieser soll für extra lange Laufzeit und Energieeffizienz sein.

Als Massenspeicher wird ein 16, 32 oder 64 GB Flash-Laufwerk verbaut. Die Verbindung nach außen erfolgt entweder über WLAN mittels 802.11 a/b/g/n Standard, Bluetooth 2.1 oder in den teuren Modellen via UMTS (HSDPA) oder EGDE/GSM. Das 242,9 mal 189,7 mm große Gerät verfügt zudem über A-GPS mit dem eine Navigation möglich ist. Bei Preisen von derzeit 499 bis 829 US-$ nicht gerade ein Produkt für jedermann.

Als Software kommt natürlich eine Version des iPhone OS zum Zuge. Die neue Version 3.2 ist extra für das Gerät entwickelt worden. Der Vorteil an der Adaption des Betriebssystemes ist das laut Apple alle Anwendungen auf dem iPad laufen sollen die auch auf dem iPhone bzw. iPod Touch mit iPhone OS 3 laufen. Da das Telefon und der MP3 Player über kleinere Display verfügen soll der Tablet-Mac die Programm im Fenstermodus darstellen.

Ein paar Tage nach der Präsentation mehrten sich die Anzeichen, dass einige Verlage ihre Bücher auch für das iPad anbieten wollen. Apple Gerät soll nämlich auch als eBook Reader genutzt werden. Amazon hat schon versucht mit seinem Kindle den Markt zu erobern. Allerdings kaum in Europa, da das Gerät hauptsächlich in Amerika zu bekommen war. Erst seit kurzem kann man es hierzulande kaufen.

Durch die Veröffentlichung des iPads kam auf einmal der Markt für eBooks ein wenig in Schwung. Aber Amazon musste auf den neuen Konkurrent reagieren und musste seine Marge der digitalen Bücher von 70 auf 30 Prozent reduzieren. Diverse Experten bezweifeln, dass sich das Model Kindle in Zukunft noch rechnen wird. Apple wäre nicht Apple, wenn es nämlich nicht selbst ein Shop für eBooks anbieten würde. Zum Verkaufsstart soll der iTunes Store um die digitalen Bücher erweitert werden. Allerdings soll dies erst mal nicht in Deutschland passieren.

Enttäuscht zeigten sich viele Reporter und Analysten davon, dass Apple auch auf dem iPad kein Flash anbieten wird. Zwar bekommt Youtube wieder eine eigene App, aber andere Seiten wie Vimeo oder auf Flash basierte Internetseiten lassen sich auf dem Tablet-Mac nicht darstellen. Dies löste im ersten Augenblick große Empörung aus.

Steve Jobs bezeichnete Flash bei einem Treffen mit den Mitarbeitern des Wallstreet-Magazine  als CPU-Sau. Die Erweiterung sorge dafür das die Akkuleistung auf 1,5 Stunden sinken würde. Mac Anwender kennen das Problem auch bei ihrem Desktopbetriebssystem OS X. Dort sorgt Adobes Flash regelmäßig dafür, dass diverse Browser zu Absturz gebracht werden. Selbst Adobes CEO David Lynch bestätigt, dass die Version von Flash auf Windowssystemen besser läuft als unter OS X. Jobs bemängelte zudem die Sicherheit von Adobes Produkt.

Seit dem gibt es eine große Initiative gegen Flash. Youtube rüstet seine Player langsam auf HTML5 um. Auch zum Beispiel Vimeo geht diesen Weg.

Aber nicht nur die Medien spielen seit dem verrückt. Auch die Blogger schreiben ein Haufen Artikel zum iPad.

 

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2 Comments


  1. “iPod Touch mit iPhone OS 3 laufen” – was meinst du damit?

  2. Naja auf dem iPod Touch läuft ja die selbe Software wie auf dem iPhone: nämlich iPhone OS 3.x

    Zumindest wenn man seinen iPod Touch mit der neusten Software geupdatet hat. Habe mich da wohl ein wenig missverständlich ausgedrückt. Tut mir leid.